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person:leobloch [06.05.2026 15:26] – [Über Leo Bloch] Heiko Ruweperson:leobloch [15.05.2026 16:00] (aktuell) – [Offene Fragen / Forschungsdesiderate] Heiko Ruwe
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-∗4. Mai 1872 – †August 1956+∗ 4. Mai 1872 – † August 1956
  
 ==== Über Leo Bloch ==== ==== Über Leo Bloch ====
-Leo Bloch war über Jahrzehnte eine der prägenden Persönlichkeiten des Offenbacher Rudervereins 1874. Bereits als Kind fühlte er sich dem Verein eng verbunden, 1888 trat er mit 16 Jahren aktiv ein. In den folgenden 40 Jahren unterstützte er den ORV als treues Mitglied, Förderer, Ehrenmitglied und späterer Ehrenvorsitzender. Besonders seine Hilfe beim Wiederaufbau nach schwierigen Zeiten, beim Bau des Klubhauses ab 1924 sowie bei der Verbesserung der Trainings- und Umkleidemöglichkeiten machte ihn zu einer zentralen Gestalt der Vereinsgeschichte. Eine Extra-Ausgabe unserer Vereinszeitung von 1928 würdigt ihn als großzügigen Freund des Vereins, dessen Lebenswerk eng mit dem Aufstieg des ORV verbunden war. \\ +Leo Bloch war über Jahrzehnte eine der prägenden Persönlichkeiten des Offenbacher Rudervereins 1874. Bereits als Kind fühlte er sich dem Verein eng verbunden, 1888 trat er mit 16 Jahren aktiv ein. In den folgenden 40 Jahren unterstützte er den ORV als treues Mitglied, Förderer, Ehrenmitglied und späterer Ehrenvorsitzender. Besonders seine Hilfe beim Wiederaufbau nach schwierigen Zeiten, beim Bau des Klubhauses ab 1924 sowie bei der Verbesserung der Trainings- und Umkleidemöglichkeiten machte ihn zu einer zentralen Gestalt der Vereinsgeschichte. Eine Extra-Ausgabe unserer Vereinszeitung von 1928 würdigt ihn als großzügigen Freund des Vereins, dessen Lebenswerk eng mit dem Aufstieg des ORV verbunden war. \\  \\ 
 Leo Bloch, geb. 4. Mai 1872, stammte aus der jüdischen Familie Bloch, die mit der Firma Bloch & Hirsch verbunden war. Nach der nationalsozialistischen Verfolgung überlebte er den Zweiten Weltkrieg durch Untertauchen in den Niederlanden und lebte später in Brüssel, wo er Anfang August 1956 verstarb. Leo Bloch, geb. 4. Mai 1872, stammte aus der jüdischen Familie Bloch, die mit der Firma Bloch & Hirsch verbunden war. Nach der nationalsozialistischen Verfolgung überlebte er den Zweiten Weltkrieg durch Untertauchen in den Niederlanden und lebte später in Brüssel, wo er Anfang August 1956 verstarb.
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 +==== Jubiläumsausgabe ORV-Vereinsnachrichten, Mai 1928 ====
 === Unserem Ehrenvorsitzenden === === Unserem Ehrenvorsitzenden ===
 Zu spenden Dir den Dank und Preis \\ Zu spenden Dir den Dank und Preis \\
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 Wenn wir dann weiterschreiten zu unseren Umkleide und Duschräumen, dann sehen wir wiederum sein Werk, das ihn die Herzen aller Ruderer erschließen ließ, die ihn in Ehrfurcht und mit tiefer Dankbarkeit verehren. \\ Und so sei denn sein Jubeltag, sein 40jähriges Jubiläum in Verbindung mit seinem 56. Geburtstag und seinem Ehrenvorsitz würdig begangen und gefeiert von einer ihm treu ergebenen und dankbaren Rudervereins-Gemeinde. \\ // Wir gratulieren! //  \\  \\  Wenn wir dann weiterschreiten zu unseren Umkleide und Duschräumen, dann sehen wir wiederum sein Werk, das ihn die Herzen aller Ruderer erschließen ließ, die ihn in Ehrfurcht und mit tiefer Dankbarkeit verehren. \\ Und so sei denn sein Jubeltag, sein 40jähriges Jubiläum in Verbindung mit seinem 56. Geburtstag und seinem Ehrenvorsitz würdig begangen und gefeiert von einer ihm treu ergebenen und dankbaren Rudervereins-Gemeinde. \\ // Wir gratulieren! //  \\  \\ 
  
 +==== Beruflicher Werdegang ====
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 +Leo Bloch war Mitinhaber der jüdischen Hutstofffabrik //Bloch & Hirsch//, eines der größten Offenbacher Industriebetriebe seiner Branche.
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 +  * Bis 1906: Sitz der Firma in Offenbach am Main.
 +  * 1906: Leo Bloch übernimmt gemeinsam mit seinem Bruder Max Bloch und ihrem Vetter Adolf Bloch die Leitung des Unternehmens (zweite Generation des Familienverbandes Bloch).
 +  * 1907: Erwerb eines Grundstücks in Urberach (heute Stadtteil von Rödermark).
 +  * 1908/09: Bau und Inbetriebnahme eines der modernsten Hutstoffwerke der damaligen Zeit; Verlegung des Hauptsitzes nach Urberach. Filialen in Ober-Roden, Weiskirchen und Münster bei Dieburg bleiben bestehen.
 +  * 1914–1918: Kriegsproduktion auf Hochtouren.
 +  * 1925/26: Fusion mit //C.F. Donner// zur //Vereinigte Hutstoffwerke Bloch & Hirsch, C.F. Donner// mit Hauptsitz in Frankfurt-Niederrad.
 +  * 1927: Schließung der kleineren Filialen; Umwandlung in eine GmbH.
 +  * 1929/30: Verlagerung von Maschinen nach Rotterdam (90 %-Tochter).
 +  * 19.12.1930: Stilllegung des Standorts Urberach.
 +  * Sommer 1931: Ende des Hauptsitzes in Frankfurt-Niederrad.
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 +Nach 1933 verfolgte das NS-Regime die Familie Bloch wie alle jüdischen Unternehmer Offenbachs. 1934 konfiszierte das Regime das stillgelegte Urberacher Werksgelände; 1937 wurde es der //Telefonbau & Normalzeit (T&N)// für die Kriegsrüstung übergeben. Ein nach dem Krieg von den Erben eingeleitetes Rückerstattungsverfahren vor der Wiedergutmachungskammer beim Landgericht Darmstadt blieb 1952 ohne Erfolg.
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 +==== Familie (soweit bekannt) ====
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 +  * Bruder: **Max Bloch**, ebenfalls Mitinhaber von //Bloch & Hirsch//
 +  * Vetter: **Adolf Bloch**, Mitinhaber
 +  * Robert Bloch (1885–1951), jüngerer Bruder Adolfs, war ab 1914 stiller Teilhaber und in den 1920er-Jahren bekannter Mäzen in Urberach (dort ist die //Robert-Bloch-Straße// nach ihm benannt). Er überlebte die NS-Zeit im Exil in Jugoslawien, Italien, den Niederlanden und Frankreich und kehrte 1946 nach Urberach zurück.
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 +==== Offene Fragen / Forschungsdesiderate ====
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 +Folgende Punkte sind aus den vorliegenden Quellen noch nicht geklärt und sollten bei Gelegenheit ergänzt werden:
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 +  * Genauer **Sterbetag im August 1956**
 +  * Zeitpunkt und Umstände der **Auswanderung in die Niederlande / nach Brüssel** (vor oder nach 1933?)
 +  * **Eintrittsdatum in den ORV** und Zeitraum, in dem Leo Bloch zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde
 +  * Genaue **Adresse in Offenbach** in den 1920er-Jahren (über die Offenbacher Adressbücher recherchierbar)
 +  * **Ehefrau und Nachkommen**
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 +==== Empfohlene Recherchequellen ====
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 +  * Sterberegister der Stadt Brüssel 1956 (//Archives de l'État en Belgique//, search.arch.be)
 +  * //Offenbach-Post//, Jahrgang 1956 (Nachruf wahrscheinlich)
 +  * Stadtarchiv Offenbach: Adressbücher, Meldekartei, ggf. Devisen- und Entschädigungsakten
 +  * Hessisches Hauptstaatsarchiv Wiesbaden bzw. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: Wiedergutmachungsakten //Bloch & Hirsch// (Verfahren 1949–1952)
 +  * Norbert Cobabus: //Robert Bloch (1885–1951) – ein Unternehmer in Urberach//, Rödermark 2005
 +  * Dokuzentrum T&N (Rödermark-Urberach), Bestände zur Hutstofffabrik //Bloch & Hirsch//
 +  * Arolsen Archives (collections.arolsen-archives.org)
 +  * Yad Vashem, Central Database of Shoah Victims' Names
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 +==== Quellen für den vorliegenden Eintrag ====
 +
 +  * ORV-Chronik, Jahr [[public:1919:1919|1919]], Bericht aus //Rudersport// Nr. 21 vom 21.05.1919 (Bootstaufe)
 +  * ORV-Chronik, Jahr [[public:1955:1955|1955]], 100-Jahr-Chronik
 +  * ORV-Chronik, Jahr [[public:1956:1956|1956]], 125-Jahr-Chronik
 +  * Dokuzentrum T&N, Rödermark-Urberach: //1907–1930 Hutstofffabrik Bloch & Hirsch// sowie //Die Blochs// (dokuzentrum-tn.de)
 +  * //Werk Urberach – Zur Geschichte des früheren Fabrikgeländes//, rm-news.de (2023)
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